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Die heimischen Schaumzikaden vorgestellt von Frank Dickert

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Die Familie der Schaumzikaden - Aphrophoridae Evans, 1946

Beschreibung

Bei allen Arten dieser Familie sind die voll ausgebildeten Vorderflügel nicht rot-schwarz gezeichnet. Die kugeligen bis plattenförmigen Hüften des mittleren Beinpaares sind nicht wie die des vorderen Beinpaares geformt. Das fortsatzlose Halsschild (Pronotum) ist etwa gleich breit wie der Kopf. Auf dem Kopf befindet sich ein Paar Facettenaugen und zwei Punktaugen (Ocellen). Die unbedornten Vorderschenkel sind nicht dicker als die Mittel- und Hinterschenkel. Die Schienen (Tibien) des hinteren Beinpaares sind im Querschnitt rund und relativ kurz. Sie besitzen ein bis zwei starre, kräftige Dornen und an der Basis einen Dornenkranz. Die Schaumzikaden werden je nach Art zwischen 4,5 bis 12,6 Millimeter groß.

Die Entwicklung der bleichen Larven erfolgt über fünf Stadien. Sie leben oberirdisch an Pflanzenstängeln in einem zähflüssigen Schaumnest, dem Kuckucksspeichel, in dem sie auch überwintern. Der Kuckucksspeichel besteht aus Pflanzensaft, echter Seife und aus Bläschen von verbrauchter Atemluft. Die Seife erzeugen die Larven aus ihrem flüssigen Kot und Wachs.

Systematische Einordnung

Vorbemerkung: Für die systematische Einteilung der Schaumzikaden existieren nebeneinander mehrere Vorschläge. Ich verwende die Systematik der Fauna Europaea.

Reich: Animalia Linnaeus, 1758 - Tiere
Unterreich: Eumetazoa Bütschli, 1910 - Gewebetiere
Stamm: Arthropoda Latreille, 1829 - Gliederfüßer
Unterstamm: Hexapoda Blainville, 1816 - Sechsfüßer
Klasse: Insecta Linnaeus, 1758 - Insekten
Ordnung: Hemiptera Linnaeus, 1758 - Schnabelkerfe
Unterordnung: Cicadomorpha Evans, 1946 - Rundkopfzikaden
Überfamilie: Cercopoidea Evans, 1946
Familie: Aphrophoridae Amyot & Audinet-Serville, 1843 - Schaumzikaden

Von den über 820 beschriebenen Arten die es weltweit gibt sind in Europa 29 und in Deutschland die folgenden 14 Arten, die sich in vier Gattungen gliedern, nachgewiesen:

  • Aphrophora Germar, 1821
    • Aphrophora alni (Fallén, 1805) - Erlenschaumzikade
      Erlenschaumzikade
       Bildergalerie mit 1 Bild - Informationen
       
    • Aphrophora corticea (Germar, 1821) - Kiefernschaumzikade
    • Aphrophora major Uhler, 1896 - Alpenschaumzikade
    • Aphrophora pectoralis Matsumura, 1903 - Bunte Weidenschaumzikade
    • Aphrophora salicina (Goeze, 1778) - Braune Weidenschaumzikade
       
  • Lepyronia Amyot & Serville, 1843
    • Lepyronia coleoptrata (Linnaeus, 1758) - Wanstschaumzikade
       
  • Neophilaenus Haupt, 1935
    • Neophilaenus albipennis (Fabricius, 1798) - Zwenkenschaumzikade
    • Neophilaenus campestris (Fallén, 1805) - Feldschaumzikade
    • Neophilaenus exclamationis (Thunberg, 1784) - Waldschaumzikade
    • Neophilaenus infumatus (Haupt, 1917) - Steppenschaumzikade
    • Neophilaenus lineatus (Linnaeus, 1758) - Grasschaumzikade
    • Neophilaenus minor (Kirschbaum, 1868) - Zwergschaumzikade
    • Neophilaenus pallidus (Haupt, 1917)
       
  • Philaenus Stål, 1864
    • Philaenus spumarius (Linnaeus, 1758) - Wiesenschaumzikade

Verbreitung

Albanien, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritanien, Irland, Italien, Jugoslawien, Kroatien, Lettland, Litauen, Malta, Mazedonien, Moldavien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Türkei, Ukraine, Ungarn, Vatikan, Weißrussland und Zypern. Neben Europa findet man diese Familie auch in der Äthiopis, der Australis, im Nahen Osten, der Nearktis, der Neotropis, Nordafrika, der östlichen Paläarktis und in der Orientalis.

Quellen

  • Bellmann, H.; Honomichl, K. (2007): Biologie und Ökologie der Insekten, ein Taschenlexikon, Begründet von Werner Jacobs und Maximilian Renner, 4. Auflage überarbeitet von Heiko Bellmann, mit einem Geleitwort von Karl von Frisch, München, Elsevier GmbH, Spektrum Akademischer Verlag, ISBN 978-3-8274-1769-5, S. 117-118
  • Biedermann, R. & Niedringhaus, R. (2004): Die Zikaden Deutschlands, Bestimmungstafeln für alle Arten, Scheeßel, Wissenschaftlich Akademischer Buchvertrieb-Fründ, ISBN 3-00-012806-9, S. 48
  • Fauna Europaea Version 2.4 vom 27. Januar 2011: Aphrophoridae - Grundlage für die systematische Einordnung und für die Verbreitung der Familie
  • Friese, G. (1970): Insekten, Taschenlexikon der Entomologie unter besonderer Berücksichtigung der Fauna Mitteleuropas, 2. erweiterte Auflage, Leipzig, VEB Bibliographisches Institut, S. 234-235
  • Günther, K. (1971): in Neue Grosse Tier-Enzyklopädie, Das Urania Tierreich in 6 Bänden, Band 4 Insekten, Leipzig-Jena-Berlin, Urania-Verlag, S. 173-174
  • Holzinger, W. E., Kammerlander, I., Nickel, H. (2003): The Auchenorrhyncha of Central Europe - Die Zikaden Mitteleuropas. Volume 1: Fulgoromorpha, Cicadomorpha excl. Cicadellidae. (zweisprachig Englisch / Deutsch), Leiden, Brill Academic Publishers, ISBN 9-00-412895-6, S. 491-523
  • Remane, R. & Wachmann, E. (1993): Zikaden kennenlernen - beobachten, Augsburg, Naturbuch-Verlag, ISBN 3-89440-044-7, S. 136
  • Sauer, F. (1996): Sauers Naturführer, Wanzen und Zikaden nach Fotos erkannt, Nottuln, Fauna Verlag, ISBN 3-923010-12-5, S. 26-27
  • Schaefer, M. (2006): Brohmer - Fauna von Deutschland, 22. Auflage, Wiebelsheim, Quelle & Meyer Verlag, ISBN 3-494-01409-4, S. 305-306

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