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Die Büffelzikade vorgestellt von Frank Dickert

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Die Büffelzikade - Stictocephala bisonia Kopp & Yonke, 1977

Büffelzikade

Büffelzikade
Stictocephala bisonia Kopp & Yonke, 1977

Weitere Namen

  • Amerikanische Büffelzikade
  • Büffelzirpe
  • Ceresa bubalus auct. nec Fabricius, 1794
  • Stictocephala bubalus auct. nec (Fabricius, 1794)

Systematische Einordnung

Reich: Animalia Linnaeus, 1758 - Tiere
Unterreich: Eumetazoa Bütschli, 1910 - Gewebetiere
Stamm: Arthropoda Latreille, 1829 - Gliederfüßer
Unterstamm: Hexapoda Blainville, 1816 - Sechsfüßer
Klasse: Insecta Linnaeus, 1758 - Insekten
Ordnung: Hemiptera Linnaeus, 1758 - Schnabelkerfe
Unterordnung: Cicadomorpha Evans, 1946 - Rundkopfzikaden
Überfamilie: Membracoidea Rafinesque, 1815
Familie: Familie: Membracidae Rafinesque, 1815 - Buckelzikaden
Unterfamilie: Smiliinae Stål, 1869
Gattung: Stictocephala Stål, 1869 *
Art: Stictocephala bisonia Kopp & Yonke, 1977 - Büffelzikade

Vor 1977 wurden europäische Funde unter Ceresa bubalus Fabricius, 1794 und Stictocephala bubalus (Fabricius, 1794) publiziert. Im Jahre 1977 untersuchten Kopp & Yonke den Fabricius'schen Typus und stellten fest, dass er nicht der selben Art angehört wie die in die Alte Welt eingeschleppte Art. Daraufhin vergaben sie den jetzt gültigen Namen Stictocephala bisonia Kopp & Yonke, 1977. Im Jahre 1997 synonymisierte de Andrade diesen Namen mit Ceresa alta Walker, 1851. Diese Synonymisierung wurde jedoch 1999 von Dietrich et al. widerlegt.

Beschreibung der Zikade

Die Grundfarbe der Büffelzikade ist grün. Sowohl am Körper als auch an den Beinen gibt es bräunliche Anteile. Ihr großer nach oben gewölbter Halsschild (Pronotum) ist stark entwickelt und hat zwei hornartige Auswüchse, die ihr ein büffelartiges Aussehen verleihen. Die kugeligen Komplexaugen treten hervor. Auf der Stirn (Frons) sind die Punktaugen deutlich zu erkennen. Die Füße (Tarsen) sind rötlich-braun. Die Vorderflügel sind weisslich-gelb betupft.
Größe: Männchen 7,9 bis 8,3; Weibchen 8,5 bis 10,2 Millimeter

Beschreibung der Larve

Die grau-braunen bis grau-grünen Larven tragen auf dem Rücken eine Reihe von Borstenhaaren. Der Halsschild ist bereits deutlich gewölbt.

Biologie

Nach der Paarung legen die Weibchen die Eier in selbstgefertigten Rindenschlitzen, in Gruppen von fünf bis zwölf, an Brombeeren, Himbeeren, jungen Obstbäumen, Rosen und Schlehen ab. Nachdem die Eier überwintert haben schlüpfen im Mai bis Juni die Larven. Diese lassen sich in die Krautschicht fallen und entwickeln sich dort über fünf Stadien zur erwachsenen Zikade, die man von Mitte Juli bis Ende Oktober findet.

Verbreitung

Die ursprünglich in Nordamerika beheimatete Büffelzikade wurde 1912 nach Ungarn eingeschleppt. Von dort aus verbreitete sie sich über Südeuropa, Norafrika bis nach Kasachstan. In Deutschland wurde sie 1966 am Isteiner Klotz bei Lörrach erstmals nachgewiesen.

Albanien, Belgien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien, Jugoslawien, Kroatien, Mazedonien, Moldawien, Österreich, Polen, Rumänien, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ukraine und Ungarn. Neben Europa findet man diese Art auch im Nahen Osten, der Nearktis und in Nordafrika.

Verbreitung innerhalb Deutschlands

Innerhalb Deutschlands ist sie nach Kunz, Nickel & Niedringhaus 2011 in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Berlin/Brandenburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz/Saarland, Sachsen-Anhalt und Thüringen nachgewiesen.

Eigene Nachweise

Datum   nächster Ort   Messtischblatt
TK 25
  Bemerkungen
22.10.2006   Speyer   6716   Rheinufer Richtung Berghausen
28.08.2011   Freiburg   7913   Mooswald - Waldrand

Bilder

Weitere Bilder dieser Art finden Sie in der Bildergalerie.

Erstbeschreibung

Kopp, Dennis D. & Yonke, Thomas R. (1977): Taxonomic status of the buffalo treehopper and the name Ceresa bubalus, Annals of the entomological Society of America 70 (6), S. 901-905

Quellen

  • Andrade de, G. S. (2008): On the synonymy of Stictocephala alta (Walker) and Thelia constans Walker (Hemiptera: Membracidae), Revista Brasileira de Zoologia, Vol. 25, N.1 , S. 148-149
  • Andrade de, G. S. (1997): Stictocephala alta (Walker, 1851) sp. rev., comb. n., the correct name for the "buffalo treehopper", with S. bisonia Kopp & Yonke, 1977 as a new synonym, and notes on Hadrophallus bubalus (Fabricius, 1794) comb. n. (Homoptera: Membracidae), Transactions of the American Entomological Society 123, S. 289-295.
  • Bellmann, H.; Honomichl, K. (2007): Biologie und Ökologie der Insekten, ein Taschenlexikon, Begründet von Werner Jacobs und Maximilian Renner, 4. Auflage überarbeitet von Heiko Bellmann, mit einem Geleitwort von Karl von Frisch, München, Elsevier GmbH, Spektrum Akademischer Verlag, ISBN 978-3-8274-1769-5, S. 386
  • Biedermann, R. & Niedringhaus, R. (2004): Die Zikaden Deutschlands, Bestimmungstafeln für alle Arten, Scheeßel, Wissenschaftlich Akademischer Buchvertrieb-Fründ, ISBN 3-00-012806-9, S. 176
  • Dietrich, C. H., Rothschild, M. J., Deitz, L. L. (1999): Checklist and host plants of the treehoppers (Hemiptera: Membracidae) of North Carolina, Proceedings of the Entomological Society of Washington 101 (2), S. 242-262
  • Fauna Europaea Version 2.4 vom 27. Januar 2011: Stictocephala bisonia - Grundlage für die systematische Einordnung und für die Verbreitung der Art
  • Holzinger, W. E., Kammerlander, I., Nickel, H. (2003): The Auchenorrhyncha of Central Europe - Die Zikaden Mitteleuropas. Volume 1: Fulgoromorpha, Cicadomorpha excl. Cicadellidae. (zweisprachig Englisch / Deutsch), Leiden, Brill Academic Publishers, ISBN 9-00-412895-6, S. 529-530
  • Kunz, G., Nickel, H. & Niedringhaus, R. (2011): Fotoatlas der Zikaden Deutschlands, Scheeßel, Wissenschaftlich Akademischer Buchvertrieb-Fründ, ISBN 978-3-939202-02-8, S. 81
  • Nickel, H. & Remane, R. (2002): Artenliste der Zikaden Deutschlands, mit Angabe von Nährpflanzen, Nahrungsbreite, Lebenszyklus, Areal und Gefährdung, Beiträge zur Zikadenkunde 5, S. 38
  • Nickel, H. & Remane, R. (2003): Fauna Germanica, Verzeichnis der Zikaden (Auchenorrhhyncha) der Bundesländer Deutschlands, In Klausnitzer, B. (Hrsg.): Entomofauna Germanica Band 6, Entomologische Nachrichten und Berichte, Beiheft 8, S. 130-154
  • Stichmann, W. (2003): Der große Kosmos Naturführer Tiere und Pflanzen, Stuttgart, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., ISBN: 3-440-09455-5, Teil 1: Tierführer, S. 312

* Das Jahr der Erstbeschreibung ist in der Fauna Europaea mit 1864 angegeben und es wird auf folgende Quelle verwiesen: Stål, C. (1864): Hemiptera mexicana enumeravit speciesque novas descripsit (Continuatio), Stettiner Entomologische Zeitung 25. Jahrgang, S. 49-86
Da die Gattung in dieser Quelle jedoch nicht beschrieben wird verwende ich das Jahr 1869, dass u.a. in der Nomenclator Zoologicus verwendet wird.

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